5. Kammerkonzert

One Hundred

Werke von Saint-Saëns, Schmid, Roslavets, Bridge und Keaton/Israel

Camille Saint-Saëns Sonate für Fagott und Klavier op. 168
Heinrich Kaspar Schmid Bläserquintett op. 28
Nikolai Roslavets Klaviertrio Nr. 3
Frank Bridge Miniature pastorales
Buster Keaton/Robert Israel The Goat – Stummfilm mit Live-Musik
1921. Die ganze Welt kämpft mit den Kriegsfolgen, in den Künsten keimt ein avantgardistischer Geist auf. In Wien begründet Arnold Schönberg die Zwölftontechnik, um die Tonalität „in ihrer spätromantischen Erscheinungsform konsequent zu Ende zu denken“. Camille Saint-Saëns, mittlerweile 85 Jahre, ist mit der Romantik noch nicht zu Ende: In seiner Fagott-Sonate lässt er noch einmal einen Hauch Belle Epoque durch die kriegsgebeutelte Grande Nation wehen. Aber auch die jüngere Generation reagiert unterschiedlich auf diese Umbrüche. Heinrich Kaspar Schmid etwa verrät davon nichts in seinem Bläserquintett op. 28, und auch Brittens Lehrer Frank Bridge vollzieht sie selbst erst lange nach seinen unschuldigen Miniature pastorales. Nikolaj Roslavets dagegen macht sich längst einen Ruf als „Russischer Schönberg“ - und wird von Stalin zum Staatsfeind erklärt. In den USA boomt die Stummfilmindustrie und Buster Keaton erheitert die Nation in The Goat als Unglückswurm, der unverhofft zum Serienmörder wird – dazu hat Filmkomponist Robert Israel für die Musiker*innen des Staatsorchesters eine neue Partitur geschrieben.
Das Konzert findet im Rahmen des Frühjahrsfestivals #3 – Wer ist Wir? vom 9. April bis 23. Mai 2021 statt