5. Sinfoniekonzert

Cornelius Meister

Werke von Boulez und Mahler
Pierre Boulez Rituel in memoriam Bruno Maderna
Gustav Mahler Sinfonie Nr. 5 cis-Moll
Wie eine Kirche fühlt sich der Konzertsaal an, in dem acht weit im Raum verteilte Orchestergruppen dieselbe Formel in ritualhafter Wiederholung zirkulieren lassen. Mit diesem meditativen Zeremoniell gedenkt Pierre Boulez 1975 seinem kurz zuvor verstorbenen Kollegen Bruno Maderna und schenkt ihm mit dem Trauerstück Rituel quasi einen Moment der Ewigkei – denn wo acht verschiedene Zeitlichkeiten ineinanderwirken, verliert jede Zeitrechnung ihre Gültigkeit.
Der Trauermarsch, mit dem Gustav Mahlers 5. Sinfonie beginnt, ist weniger Abschied von einem Menschen als von einer Weltordnung, die Anfang des 20. Jahrhunderts unwiederbringlich ihre Geltung verliert. Zwischen martialisch scharfem Fanfarenklang und dumpf dunkler Melancholie tut sich hier ein enormes Spannungsfeld von Aufbruchsgeist und Wehmut auf. Während das zentrale Scherzo mit seiner eruptiven Ländlerfarce jede Form sprengt, bildet das entrückte Adagietto einen beispiellosen Ruhepol: Der Klang schwebt – auch hier – ohne Ziel im Raum und die Zeit scheint stillzustehen. Nach drei Wunderhorn-Sinfonien mit Gesangsstimme geht Mahler in seiner Fünften erstmals rein instrumental mit derart eklatanten Kontrasten um und schlägt damit ein neues Kapitel in seinem sinfonischen Schaffen auf.
Kinderworkshop
am Sonntag, 21. März
Erst Workshop, dann Konzert: Nach einer spielerischen und musikalischen Einführung erleben Kinder zwischen 4 und 10 Jahren den zweiten Teil des Sinfoniekonzerts. Vor der Pause werden die Kinder durch erfahrene Pädagog*innen auf das Programm vorbereitet und besuchen anschließend gemeinsam mit den anderen Kindern das Konzert.