6. Sinfoniekonzert

Nicola Luisotti

Gustav Mahler
Gustav Mahler Sinfonie Nr. 6 a-Moll
Den Weg, den Gustav Mahler in seiner 5. Sinfonie eingeschlagen hat, setzt er in seiner Sechsten fort. Das Ergebnis: eine in Besetzung und Länge überdimensionale, formal aber eindeutig klassische Sinfonie. Bereits in seiner Vierten war in ihm der Wunsch gereift, die herkömmliche Form durch seine progressiven Ideen nicht mehr explodieren, sondern eher implodieren zu lassen, auch wenn die Herausforderung ungleich größer war. In seiner Sechsten erreicht diese Idee ihren Höhepunkt. Umso erstaunlicher, dass sie von einem durchweg so düsteren, pessimistischen Ton gezeichnet ist. Zwischen zwei Ecksätzen in perfekter Sonatenform verlässt Mahler den sicheren Weg der Tonalität und wagt sich immer wieder auf chromatische Seitenpfade. Resignierte Töne sind für ihn keine Seltenheit, doch stehen sie meist im Kampf mit einer euphorischen Gegenkraft, die zum Schluss obsiegt. Nicht so in der Sechsten. An die Stelle einer Schlussapotheose tritt ein langer, tragischer Abschied. Das Publikum der Uraufführung ließ sich von dieser Stimmung nicht anstecken: Anders als die zugänglichere Fünfte nahm es Mahlers Sechste mit Begeisterung auf. Der international gefeierte italienische Dirigent Nicola Luisotti kehrt mit diesem Giganten der sinfonischen Literatur ans Pult des Staatsorchesters zurück.
Das Konzert findet im Rahmen des Frühjahrsfestivals #3 – Wer ist Wir? vom 9. April bis 23. Mai 2021 statt.