Jesus Christ Superstar / Miserere

von Andrew Lloyd Webber / Tim Rice / Arvo Pärt
Jesus Christ Superstar

Gesangstexte von Tim Rice
Musik von Andrew Lloyd Webber
Rock-Opera in zwei Akten
Uraufführung 1971 in New York City
in englischer Sprache

Arvo Pärt
Miserere
für Soli, Chor, Ensemble und Orgel
Uraufführung 1989
in lateinischer Sprache
Kann man diesen Leuten und ihren Botschaften Glauben schenken? Oder sind das alles nur haltlose Behauptungen? „In unserer postaufklärerischen Kultur zirkulieren wissenschaftliche Meinungen in den gleichen Medien und auf gleiche Weise wie religiöse Meinungen“, konstatiert der Medientheoretiker Boris Groys. Beide treten „als Nachrichten auf, die von Massenmedien verbreitet werden. Einmal liest man von einer Erscheinung der Muttergottes, ein andermal, dass sich die Erde erwärmt. Beide Nachrichten lassen sich nicht direkt nachprüfen. Die Spezialisten sind geteilter Meinung. An beide Nachrichten kann man deswegen nur glauben – oder eben nicht.“ Anfang der 70er Jahre, im Umfeld von Studentenrevolten und dem Musical Hair, machen Rice und Lloyd Webber aus den letzten Tagen von Jesus Christus zunächst ein Konzept-Album, später eine „Rock Opera“. Im Zentrum Judas und Jesus: Judas mit allen Zweifeln und der Frage, ob der Personenkult um den Revolutionär als Superstar nicht die ursprüngliche Idee der Bewegung überlagere. Und der ebenfalls zweifelnde Jesus, der vor allem als Mensch und weniger als Erlöser gezeichnet ist. Am Ende kehrt Judas als Jedermann von den Toten zurück, während das Stück für Jesus ohne Auferstehung am Kreuz endet. Die Stille nach dem Tod, die Vereinzelung, greift Pärt in seiner Vertonung des Bußpsalms „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ auf. In die extrem zurückgenommenen Gesangslinien der Soli bricht der Chor mit den Schreckensbildern des Jüngsten Gerichts. Nach einem Neuanfang finden sich die Solostimmen wieder und künden, wenn nicht von Erlösung, dann immerhin von einer Gemeinschaft der Sünder* innen. In einer Reihe von drei Produktionen beschäftigen sich Marco Štorman und sein Team unter dem Titel Glaube, Liebe, Hoffnung mit der Konstruktion von Erlöser*innen-Figuren. Als zweiter Teil, Liebe, folgen nächste Saison Schumanns Szenen aus Goethes „Faust“.
Musikalische Leitung André de Ridder
Regie Marco Štorman
Bühne Demian Wohler
Kostüm Sara Schwartz
Video Susanne Steinmaßl
Licht Reinhard Traub
Chor Manuel Pujol
Dramaturgie Ingo Gerlach

Jesus von Nazareth Matthias Klink
Maria Magdalena Katherine Manley
Pontius Pilatus Denis Milo
u. v. a.
Mitglieder des Staatsopernchors Stuttgart, Musiker*innen des Staatsorchesters Stuttgart
Ort
Opernhaus
Ab März 2021