Das Lied von der Erde

Gustav Mahler / Arnold Schönberg: Das Lied von der Erde
Elfriede Jelinek: Die Bienenkönige


Eine Symphonie für eine Tenor- und eine Alt- (oder Bariton-)Stimme und Orchester
Nach Hans Bethges Die chinesische Flöte
Kammerorchesterfassung von Arnold Schönberg, vollendet von Rainer Riehn
„Die Welt schläft ein!“, heißt es in Hans Bethges Gedichtsammlung Die chinesische Flöte, die Gustav Mahlers Das Lied von der Erde zugrunde liegt. Als Mahler mit der Komposition begann, war er wie aus dem Leben gerissen: Im Frühjahr 1907 hatte er im Streit die Direktion der Wiener Hofoper niedergelegt, im Sommer erlag seine ältere Tochter einer Krankheit und bei ihm selbst wurde ein Herzklappenfehler diagnostiziert. Wie Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, die eigentlich an dieser Stelle zur Premiere hätte kommen sollen, ist auch Das Lied von der Erde eine extrem reiche, hochästhetische Komposition. Und ebenso wie die Besetzung von Strauss hätte auch die Originalbesetzung von Mahler nicht in unseren Orchestergraben gepasst. Mit den gegenwärtig gültigen Abstandsregeln passt auch Arnold Schönbergs Fassung für Kammerorchester nur knapp in unseren Graben. Das Team um Regisseur David Hermann wird Mahlers Symphonie im – wenn man so will – eingefrorenen Rohbau des Bühnenbilds, das Jo Schramm für Die Frau ohne Schatten entworfen hat, als Musiktheater inszenieren – gekoppelt mit Elfriede Jelineks Die Bienenkönige. Die Todesnähe, die aus den Texten und der Musik von Mahlers Symphonie spricht, findet dabei eine Entsprechung in Jelineks Prosatext von 1976. Auch hier spielt der Stillstand eine zentrale Rolle. Und eine hochtechnisierte Zivilisation, die als Folge ihrer patriarchalen und ausbeuterischen Mechanismen an sich selbst erstickt.
Ort
Opernhaus
Dauer
1h 45 min, keine Pause
Uraufführung
1911 in Wien

Premiere
27. Oktober 2020


Okt 2020
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Di
27
19:00 – 20:45
Opernhaus
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Do
29
19:30 – 21:15
Opernhaus
Besetzung
Nov 2020
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Sa
7
19:30
Opernhaus
Vorstellung entfällt
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Sa
14
19:30
Opernhaus
Vorstellung entfällt
Besetzung
Das Stück in Kürze
Ein Energiewesen vom Planeten Approxima Delta, das sich vor allem der Sterbeforschung von Planeten widmet, besucht die Erde. Deren Bewohner haben sich und ihre Umwelt mit einer Plastikschicht selbst erstickt. Auf der Suche nach zivilisatorischen Spuren und den Ereignissen, die zum Kollaps geführt haben, findet es Zeugnisse einer Wissenschaftlerkolonie unter der Erdoberfläche. Die Todesnähe, die aus den Texten und der Musik von Mahlers Symphonie spricht, findet eine Entsprechung in Elfriede Jelineks Die Bienenkönige. In diesem Prosatext von 1976, der dem Mahlerstück vorangestellt wird, geht es ebenfalls um Stillstand und um eine Zivilisation, die an sich selbst zugrunde geht. Katja Bürkle, langjähriges Ensemblemitglied des Schauspiel Stuttgart und der Münchner Kammerspiele, wird diesen Text interpretieren.

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Trailer

„Exzellent die vier Vokalsolisten: Simone Schneider, Evelyn Herlitzius, Thomas Blondelle und Martin Gantner. Sie verleihen der vertonten chinesischen Lyrik („Dunkel ist das Leben, ist der Tod“) einen schwebenden Gestus, frei von lastender Weltschmerz-Schwere.“
Südwest Presse Ulm
Otto Paul Burkhardt, 29.10.2020
„Zudem gelingt es auf den Punkt, Jelineks musikalisch rhythmisierte Prosa in den Sog von Mahlers Tonsprache münden zu lassen.“
Reutlinger Generalanzeiger
Verena Grosskreutz, 29.10.2020
„In der Staatsoper Stuttgart nimmt sich am Dienstagabend Katja Bürkle dieser Figur an: grandios, wie sie hineinkriecht in deren ins Analytische gewendeten Ekel, wie sie sich hineinbohrt in die angewiderte Distanz, dabei jedes Wort, jede Phrase sinnfällig modellierend.“
Stuttgarter Nachrichten
Susanne Benda, 29.10.2020
„Das Staatsorchester im halb hochgefahrenen Orchestergraben spielt dazu unter Cornelius Meisters anspornender Leitung die kammermusikalische Schönberg-Fassung des Stücks: griffig, farbig, klangintensiv.“
Ludwigsburger Kreiszeitung
Dietholf Zerweck, 29.10.2020
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