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22.10.2026 Keine Schlaftablette
Keine Schlaftablette
Der Bass Goran Jurić verkörpert in der Neuproduktion von Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ den bösartigen Boris Timofejewitsch Ismailow – eine herausfordernde Partie, sowohl auf einer sängerischen wie darstellerischen Ebene. In diesem Beitrag erzählt unser Ensemblemitglied, was diese Rolle für ihn bedeutet.
Ich kenne Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk schon sehr gut: Mein Debüt hatte ich bereits vor zehn Jahren an der Bayerischen Staatsoper – damals mit der Partie des Popen , den ich danach auch noch in Neapel, Barcelona, New York und Boston gesungen habe.
Nun bin ich 43 Jahre alt und singe erstmals den Boris. Darauf habe ich mich lange vorbereitet, und ich muss schon sagen: Diese Rolle ist sehr, sehr schwer – aber sie macht auch viel Spaß! Normalerweise tritt man als Bass ja eher als Priester, König, manchmal auch als Gott oder Teufel auf. Da hat man meistens viel Legato zu singen, also gebundene, eher fließende Melodielinien. Kurz gesagt: Bässe sind oft Schlaftabletten.
Nun bin ich 43 Jahre alt und singe erstmals den Boris. Darauf habe ich mich lange vorbereitet, und ich muss schon sagen: Diese Rolle ist sehr, sehr schwer – aber sie macht auch viel Spaß! Normalerweise tritt man als Bass ja eher als Priester, König, manchmal auch als Gott oder Teufel auf. Da hat man meistens viel Legato zu singen, also gebundene, eher fließende Melodielinien. Kurz gesagt: Bässe sind oft Schlaftabletten.
Könige, Götter, Mönche, Mörder und ein Busfahrer:
Goran Jurićs Rollen an der Staatsoper Stuttgart
Boris Timofejewitsch Ismailow ist das genaue Gegenteil, die Partie ist für einen hohen Bass komponiert und sehr herausfordernd. Er ist der Schwiegervater von Katerina Ismailowa, die er sadistisch tyrannisiert und erotisch begehrt. Eines Nachts bewacht er den Hof und verliert sich in Erinnerungen an seine Jugend. Er sieht Licht in Katerinas Zimmer und denkt darüber nach, dass sein Sohn nicht genug Macht über sie ausübt. Von seiner Begierde getrieben, macht er sich auf den Weg zu ihr und erwischt dabei prompt ihren Liebhaber Sergej. Wütend lässt er den gesamten Hof aufwecken und Sergej vor Katerinas Augen brutal auspeitschen. Nach diesem Eklat tötet Katerina Boris mit einem Pilzgericht, dem sie Rattengift beigemischt hat – ein elender Tod. Später kehrt er nochmals als Geist wieder, ein bisschen wie bei der Rolle des Banco in Macbeth. In Verdis Adaption von Shakespeares Stück habe ich diese Rolle öfter gesungen.
In den Produktionen, an denen ich bisher beteiligt war, wurde Boris als testosterongesteuerter Bösewicht gezeichnet, als widerlicher Typ mit Senfflecken auf dem Unterhemd. Aber ich glaube, er ist komplexer. Gemeinsam mit Regisseurin Ulrike Schwab versuchen wir, auch die sanfteren Seiten des Boris herauszuarbeiten. Auch im Leben gibt es ja nicht nur schwarz und weiß – und je sanfter wir ihn einerseits zeigen, desto böser wird er auf der anderen Seite. Ich mag ambivalente Charaktere, das macht doch alles gleich viel interessanter. Wie im echten Leben!
In den Produktionen, an denen ich bisher beteiligt war, wurde Boris als testosterongesteuerter Bösewicht gezeichnet, als widerlicher Typ mit Senfflecken auf dem Unterhemd. Aber ich glaube, er ist komplexer. Gemeinsam mit Regisseurin Ulrike Schwab versuchen wir, auch die sanfteren Seiten des Boris herauszuarbeiten. Auch im Leben gibt es ja nicht nur schwarz und weiß – und je sanfter wir ihn einerseits zeigen, desto böser wird er auf der anderen Seite. Ich mag ambivalente Charaktere, das macht doch alles gleich viel interessanter. Wie im echten Leben!
Dmitri Schostakowitsch
Lady Macbeth von Mzensk
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Fr
22
19:00
Opernhaus
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Zum letzten Mal in dieser Spielzeit
8 / 22,50 / 38 / 52 / 69 / 89 / 108 / 128 / 152 €
Besetzung