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15.06.2026 Rossini und sein „Barbiere“
6+1 Fakten
Dass „Il barbiere di Siviglia“ als Gioachino Rossinis berühmtestes Werk gilt und zudem zu den meistgespielten Repertoire-Opern der Welt zählt, ist sicherlich keine Neuigkeit. Aber wussten Sie auch, dass...
... Rossinis Vorname eigentlich „Giovacchino“ lautete?
Rossini wurde am 29. Februar 1792 als einziger Sohn von Giuseppe und Anna Rossini in Pesaro geboren und noch am gleichen Tag auf den Namen „Giovacchino“ getauft. Bekannt wurde sein Name jedoch ohne „v“ und auch Rossini selbst schrieb ihn fast ausschließlich in der eher ungewöhnlichen Form „Gioachino“.
... sein Onkel vorschlug, einen Sängerkastraten aus ihm zu machen?
Als Kind lernte Rossini Violine und Cembalo und war darüber hinaus ein begabter junger Sänger. Seine Gesangsstimme war so gut, dass der Bruder seiner Mutter vorschlug, seinen Sopran als Sängerkastrat zu bewahren. Doch seine Mutter lehnte dies entschieden ab, wofür Rossini ihr später im Leben überaus dankbar war.
Gioachino Rossini – Fotografie von Étienne Carjat, 1865
... Rossini bereits im Alter von 12 Jahren sein erstes Stück komponierte?
Nachdem der zwölfjährige Rossini am 22. April 1804 erstmals gemeinsam mit seiner Mutter Anna – einer Sängerin – im kommunalen Theater von Imola aufgetreten war, schrieb er noch im gleichen Jahr seine erste Komposition Sei sonate a quattro für zwei Violinen, Violoncello und Kontrabass. In gedruckter Form erschien diese allerdings erst im Jahr 1954.
... seine berühmteste Oper zunächst einen vollkommen anderen Titel trug?
Als Rossini im Dezember 1815 mit der Komposition dieser, auf einer Komödie von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais basierenden Oper beauftragt wurde, existierten bereits ältere Vertonungen des Stoffs – allen voran eine Oper mit dem Titel Il barbiere di Siviglia von Giovanni Paisiello, die bereits 1782 uraufgeführt worden war. Um sich das Wohlwollen Paisiellos zu sichern und eine Konkurrenzsituation zu vermeiden, erhielt Rossinis Oper ein neues Libretto von Cesare Sterbini mit dem Titel Almaviva, o sia l’intutile precauzione.
Erst am 10. August 1816 wurde sein Werk in Bologna erstmals unter dem Titel Il barbiere di Siviglia aufgeführt und genießt damit bis zum heutigen Tag weltweite Popularität, während Giovanni Paisiellos Oper eher als Rarität auf den Spielplänen von Opernhäusern und Festspielen zu finden ist.
... „Il barbiere...“ in rekordverdächtiger Zeit entstanden ist?
Laut Rossini komponierte er die meisten seiner 39 Opern unter großem Zeitdruck - für die Niederschrift des Barbiere benötigte er nach eigener Aussage sogar nur 13 Tage (allerdings gibt es dazu abweichende Quellen). Bestätigt ist, dass Cesare Sterbini das Libretti zwischen dem 18. und 29. Januar 1816 verfasste. In diesem Zeitraum begann, nach Erhalt des ersten Teils, auch Rossini bereits mit der Komposition und übergab den ersten Akt am 6. Februar – da für den folgenden Tag schon die erste Probe angesetzt war – und bewies damit ein erstaunliches Arbeitstempo, das vermutlich auf die Wiederverwendung einer bereits vorhandenen Ouvertüre und weiterer von ihm komponierter Stücke zurückzuführen ist.
... die Uraufführung des „Barbiere“ ein Reinfall war?
Die Uraufführung der Oper fand am 20. Februar 1816 im Teatro Argentina in Rom statt – unter der Leitung von Rossini persönlich. Es wird vermutet, dass sich im Publikum Paisiello-Anhänger befanden, welche die Aufführung bewusst stören wollten und bereits bei Rossinis Erscheinen laut pfiffen und lachten. Unabhängig davon kam es auch auf der Bühne zu mehreren Zwischenfällen: Der Basilio-Darsteller stolperte über eine Falltür und fiel auf sein Gesicht, sodass er blutüberströmt weitersingen musste, was vom Publikum mit Hohn und Gelächter quittiert wurde. Während des Finales lief zudem eine Katze auf die Bühne, die vom Figaro-Darsteller zunächst verjagt wurde, dann aber auf der anderen Seite wieder auftauchte und dem Darsteller des Bartolo auf den Arm sprang – was im Publikum zu erneutem Gejohle führte. Rossini selbst ließ sich jedoch nicht beirren und verließ am Ende ungerührt das Theater. Bereits die zweite Aufführung am Folgetag verlief ohne Zwischenfälle und wurde mit wohlwollendem Beifall belohnt, der sich mit jeder noch folgenden Aufführung steigerte.
... die Rolle der Rosina in zwei verschiedenen Fassungen existiert?
Rossini komponierte die Partie der Rosina sowohl für Sopran als auch für Mezzosopran – wobei die tiefere Fassung ungleich öfter auf den Bühnen der Welt zu hören ist. In unserer Aufführungsserie ist ausschließlich die Sopranfassung zu erleben – in den ersten vier Terminen verkörpert durch Claudia Muschio, ab 9. Juli durch Diana Haller. Das Besondere: Nach vielen Vorstellungen als Mezzosopranistin präsentiert Diana Haller „ihre“ Rosina nun erstmals als Sopranistin!
Neugierig geworden? Eindrücke aus der Stuttgarter Produktion des „Barbiere“ in unserer Bildergalerie...
Bilder / Fotos: Étienne Carjat, Alexandre Fragonard, Martin Sigmund
Gioachino Rossini

Il barbiere di Siviglia

Jun 2026
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

So
14
18:00 – 21:15
Opernhaus
Wieder im Repertoire, Geöffnet: Hörstation zu "Station Paradiso" ab 90 Min. vor Vorstellung, Audioübertragung auf dem Opernvorplatz
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Mi
17
19:00 – 22:15
Opernhaus
8 / 17 / 26 / 40 / - / 66 / 82 / 99 / 115 €
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Fr
19
19:00 – 22:15
Opernhaus
- / 18,50 / 29 / 43 / - / 72 / 90 / 108 / 126 €
Besetzung
Jul 2026
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Mo
6
19:00 – 22:15
Opernhaus
Audioübertragung auf dem Opernvorplatz
8 / 17 / 26 / 40 / 53 / 66 / 82 / 99 / 115 €
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Do
9
19:00 – 22:15
Opernhaus
Audioübertragung auf dem Opernvorplatz
8 / 17 / 26 / 40 / 53 / 66 / 82 / 99 / 115 €
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Di
14
19:00 – 22:15
Opernhaus
Audioübertragung auf dem Opernvorplatz
8 / 17 / 26 / 40 / 53 / 66 / 82 / 99 / 115 €
Besetzung
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So
19
15:00 – 18:15
Opernhaus
Open Opera – präsentiert von der LBBW, Zum letzten Mal in dieser Spielzeit, Audioübertragung auf dem Opernvorplatz
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
Besetzung