Le nozze di Figaro

von Wolfgang Amadeus Mozart
Opera buffa in vier Akten
Libretto von Lorenzo da Ponte nach der Komödie La Folle Journée ou Le Mariage de Figaro von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais
in italienischer Sprache
Anlässlich ihrer Verlobung wurden Diana Spencer und der Prince of Wales in einem Interview gefragt, ob sie nun „in love“ seien. Und während Diana sofort antwortete: „of course“, sagte Charles nach einer kurzen Pause „whatever ‚in love‘ means“. Obwohl es nicht Charles’ Absicht gewesen sein dürfte, darauf hinzuweisen, dass es einer etwas genaueren Definition von ‚Liebe‘ bedürfe, um die gestellte Frage präzise zu beantworten, wird genau dieser Aspekt hier sehr plastisch: Diese beiden Menschen haben eine völlig andere Konzeption von ‚Liebe‘ – was immer das auch sein mag. Und wenn man Diana durch Rosina und den Prince of Wales durch den Grafen Almaviva ersetzt, wäre man gleich mitten drin in Mozarts und Da Pontes emotionalem Ausnahmezustand, der sich am Tag von Susannas Hochzeit ereignet. Welche Liebe wollen wir gelebt haben? In diesem Zusammenhang wird Mozarts Welttheater der Liebe dann auch wieder zur Revolutionsoper. Nicht, weil – „se vuol ballare“ – Figaro den Grafen zum metaphorischen Tänzchen auffordert, sondern weil – „se vuol ballare“ – der Graf, wenn er mit Susanna tanzen möchte, doch bitte Figaro um Erlaubnis fragen möge. Eigentum verpflichtet. Die Regisseurin Christiane Pohle beschäftigt sich in ihrer ersten Arbeit für die Staatsoper Stuttgart mit den maßgeschneiderten Glücksversprechen bürgerlicher Lebensentwürfe und ihrer Serialität.

Ort
Opernhaus
Dauer
Die Einführung findet 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer I. Rang statt.

I. & II. Akt: ca. 1 h 40 min
Pause: ca. 30 min
III. & IV. Akt: ca. 1 h 20 min

Uraufführung
1786 in Wien

Premiere
01.12.2019
Altersempfehlung
ab Klasse 8
Am 6. Dezember findet im Anschluss an die Vorstellung im Foyer 2. Rang ein Nachgespräch mit Beteiligten der Produktion statt.

Dez 2019
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

So
1
18:00
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Mi
4
19:00
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Fr
6
19:00 – 22:45
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Do
19
19:00 – 22:45
9 / 18 / 27 / 41 / 54 / 67 / 83 / 100 / 116 € / G
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Sa
21
19:00 – 22:45
- / - / - / - / - / 73 / 91 / 109 / 127 € / H
Besetzung
Mär 2020
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Besetzung
Apr 2020
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Besetzung
Das Stück in Kürze
Susanna und Figaro wollen heiraten. Das wäre nicht weiter der Rede wert, wenn der Graf Almaviva, von dessen Zustimmung der Ehevollzug der beiden abhängig ist, nicht selbst ein Auge auf Susanna geworfen hätte. Susanna wiederum ist der Gräfin Almaviva sowohl dienstlich als auch freundschaftlich verbunden. Gemeinsam versuchen sie, den Avancen bzw. Eifersuchtsattacken des Grafen zu entgehen und nicht nur die Hochzeit von Susanna und Figaro zu erwirken, sondern auch die Liebesbeziehung der Almavivas wiederzubeleben. Und als wäre das nicht schon Aufgabe genug, durchkreuzt Cherubino zwischen allen Geschlechternormen und Rollenmodellen irrlichternd alles und jeden.
Handlung
Was bisher geschah
Mit Hilfe seines Freundes Figaro hat Graf Almaviva seine Geliebte Rosina aus dem Haus ihres Vormunds Bartolo entführt, der sie gern selbst geheiratet hätte. Bald nach der Hochzeit hat der Graf das Interesse an seiner Gattin
verloren. Figaro, der sein aufregendes aber unsicheres Leben als Barbier von Sevilla zu Gunsten einer Anstellung beim Grafen aufgegeben hat, ist in Susanna verliebt, die Zofe der Gräfin. Sie wollen heiraten. Allerdings hat er sich vor längerer Zeit bei Marcellina, der früheren Haushälterin Bartolos, Geld geliehen und ihr als Pfand ein Eheversprechen gegeben. Der Graf wiederum hat das legendäre „Recht der ersten Nacht“ abgeschafft und sucht nach einer anderen Möglichkeit, Susanna ins Bett zu kriegen.

Erster Akt
Am Morgen der Hochzeit erzählt Susanna Figaro von Zudringlichkeiten Almavivas. Figaro ist erschüttert und sagt ihm den Kampf an. Marcellina besteht darauf, dass Figaro sein Eheversprechen einhalte. Bartolo sagt ihr seine Hilfe zu. Cherubino, Page des Grafen, ist in Aufregung, weil der Graf ihn bei Barbarina, der Tochter des Gärtners, erwischt hat. Er bittet Susanna um Hilfe, die Gräfin als Fürsprecherin zu gewinnen. Vor dem plötzlich eintretenden Grafen kann er sich gerade noch verstecken und wird so Zeuge, wie Almaviva Susanna Geld für eine Liebesnacht verspricht. Als überraschend der Musiklehrer Basilio eintritt, versteckt sich der Graf ebenfalls. Basilio unterstellt der Gräfin eine Liebelei mit Cherubino und weckt so die Eifersucht des Grafen, der aus seinem Versteck tritt. Cherubino wird entdeckt und entgeht der Wut des Grafen lediglich durch den Auftritt Figaros, der auf den Beginn der Hochzeitsfeier drängt. Um ihn endgültig loszuwerden ernennt der Graf Cherubinozum Offizier und verschiebt die Hochzeit.

Zweiter Akt
Die Gräfin trauert um die Liebe des Grafen. Mit Susanna spricht sie über die Zudringlichkeiten ihres Gatten. Figaro schlägt eine Intrige vor: Almaviva soll durch einen anonymen Brief von einem angeblichen Rendezvous der Gräfin mit einem Liebhaber erfahren. Zugleich soll Susanna in das Stelldichein mit dem Grafen einwilligen, zu dem dann Cherubino in Frauenkleidern gehen wird. Als die Gräfin und Susanna mit Cherubino Kleider anprobieren, klopft der Graf an die Tür. Cherubino versteckt sich im Kabinett. Durch den Brief eifersüchtig gemacht, vermutet Almaviva einen Liebhaber hinter der verschlossenen Tür. Almaviva zwingt seine Frau, gemeinsam mit ihm Werkzeug zu holen, um die Tür zu öffnen. Er verschließt den Raum. Cherubino springt aus dem Fenster, Susanna versteckt sich im Kabinett. Aus Angst vor der Brutalität ihres Mannes gesteht die Gräfin, Cherubino halte sich im Kabinett versteckt. Als zur Verwunderung aller Susanna heraustritt, muss Almaviva zugeben, zu weit gegangen zu sein.
Er bittet um Verzeihung. Susanna und die Gräfin gestehen ihrerseits, gemeinsam mit Figaro den Brief verfasst zu haben. Figaros zweiter Versuch, mit der Hochzeit zu beginnen, wird vom Gärtner Antonio unterbrochen, der sich beschwert, jemand sei aus dem Fenster in seine Blumen gesprungen. Figaro behauptet, er selbst sei es gewesen. In die zunehmende Verwirrung platzen Marcellina, Bartolo und Basilio, die Marcellinas Eheansprüche durchsetzen wollen. Eine Gerichtsverhandlung wird angesetzt, die Hochzeit erneut verschoben.

Dritter Akt
Die Gräfin und Susanna modifizieren Figaros Plan: Susanna soll sich mit dem Grafen zu einem Rendezvous verabreden, zu dem dann die als Susanna verkleidete Gräfin erscheinen wird. Durch eine Bemerkung Susannas wird Almaviva jedoch misstrauisch und plant erneut, die Hochzeit zu durchkreuzen; Marcellinas Anliegen soll ihm dabei helfen. Bei der Verhandlung stellt sich jedoch heraus, dass Figaro der entführte uneheliche Sohn von Marcellina und Bartolo ist. Die Gräfin diktiert Susanna einen Brief, der den Grafen zu einem nächtlichen Stelldichein einlädt. Der Brief versiegeln sie mit einer Nadel. Als der Graf entdeckt, dass Cherubino immer noch vor Ort ist, erinnert Barbarina ihn daran, dass er ihr als Lohn für sexuelle Gefälligkeiten die Erfüllung eines Wunsches versprochen habe. Sie bittet, Cherubino heiraten zu dürfen. Erneut drängt Figaro darauf, mit der Feier zu beginnen. Susanna und Figaro, Marcellina und Bartolo feiern Doppelhochzeit. Während des Hochzeitstanzes empfängt der Graf Susannas Brief und sticht sich an der Nadel.

Vierter Akt
Barbarina sucht verzweifelt die Nadel, die sie im Auftrag des Grafen Susanna zurückgeben soll. Als sie Figaro davon erzählt, bricht für ihn die Welt zusammen: Er ist überzeugt, dass Susanna ihn betrügt. Im Dunkel des Gartens gibt die als Gräfin verkleidete Susanna vor, auf einen Lieb haber zu warten. Cherubino wiederum begegnet der als Susanna verkleideten Gräfin und bedrängt sie. Gerade noch kann sie ihn abweisen, als
Almaviva dazukommt und seine verkleidete Gattin verführt. Figaro trifft seinerseits auf die als Gräfin verkleidete Susanna. Er hat sie an ihrer Stimme erkannt, tut aber so, als gestehe er der Gräfin seine Liebe. Susanna ohrfeigt ihn aus Eifersucht. Beide versichern sich ihrer Treue und spielen dem Grafen eine Liebeszene vor. Almaviva ist überzeugt, seine Frau in flagranti erwischt zu haben und ruft Zeugen herbei. Doch das Hinzutreten der wahren Gräfin beendet alle Maskierungen: Der Graf muss seine eigene Schuld und Untreue eingestehen und bittet seine Gattin um Verzeihung.
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