Lohengrin

Verbote haben es in sich. Meist verleiten sie uns erst zum Übertreten der Grenzlinien, die sie ziehen. Auf diese Weise waren wir schon zu Beginn der Geschichte aus dem Paradies geflogen. Und so ist die Bedingung, die Elsas wie vom Himmel gefallener Helfer stellt, eine schwere Bürde: Er will für sie kämpfen, sie so vom Verdacht des Brudermordes freisprechen und an ihrer Seite leben – sie aber soll nicht wissen wollen, mit wem sie es zu tun hat. „I don’t care who you are / Where you’re from / What you did /As long as you love me”, versicherten die Backstreet Boys Ende des letzten Jahrtausends im Fahrwasser romantischer Liebesvorstellungen. Liebe braucht Vertrauen, und ein neues Glück vielleicht das restlose Vergessen alles Gewesenen. Elsa könnte es halten wie die Brabanter, die den Fremden, der das Zeug hat, ihre Gemeinschaft aus der Krise zu führen, als ihren Schützer feiern: Ein Wunder ist eben ein Wunder. Aber ein Zweifel ist auch ein Zweifel: Woher nimmt er sein Wissen? Was bezeugt ihm Elsas Unschuld? Ist er tatsächlich von ihr überzeugt? Kann eine Gemeinschaft ihren Neuanfang auf einem Geheimnis aufbauen? Elias Canetti stellte fest: „Die Wirkung der Fragen auf den Fragenden ist eine Hebung seines Machtgefühls.“ Aber macht nicht das Einfordern fraglosen Vertrauens ungleich mächtiger?
von Richard Wagner
Romantische Oper in drei Aufzügen
Libretto vom Komponisten
in deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Besetzung
Musikalische Leitung Cornelius Meister
Mitarbeit Kostüme Saskia Schneider
Dramaturgie Miron Hakenbeck
Heinrich der Vogler David Steffens
Lohengrin Daniel Behle
Elsa von Brabant Simone Schneider
Friedrich von Telramund Simon Neal
Der Heerrufer des Königs Shigeo Ishino
Erster Edler Torsten Hofmann
Zweiter Edler Heinz Göhrig
Dritter Edler Andrew Bogard
Vierter Edler Jasper Leever