Die Staatsoper Stuttgart beginnt einen neuen Ring des Nibelungen unter der Musikalischen Leitung von Cornelius Meister. Im Frühjahrsfestival 2022 eröffnet außerdem das Grand Hotel Walküre. Im Rahmenprogramm gibt es Ausstellungen, Performances, Installationen, Podiumsdiskussionen, Musik, Film und Party.
Das Rheingold
Das Stück in Kürze
Am Beginn des „Vorabends“ steht eine radikale Entscheidung: Der Nibelung Alberich entsagt der Liebe und schmiedet den verhängnisvollen Ring, der Macht über alles und jeden verschafft. Auf andere Mittel, nämlich Verträge, gründet Chef-Gott Wotan seine Herrschaftsordnung. Mit dem Bau seiner Burg Walhall hat sich dieser jedoch kolossal verspekuliert. Stephan Kimmig legt in seiner Inszenierung des „Vorabends“ die kolportagehaften und clownesken Züge der Jagd nach dem Ring frei.
Stab und Besetzung
Musikalische Leitung Cornelius Meister
Regie Stephan Kimmig
Bühne Katja Haß
Kostüme Anja Rabes
Licht Gerrit Jurda
Video Rebecca Riedel
Bewegungsarbeit Bahar Meriҫ
Dramaturgie Miron Hakenbeck

Wotan Goran Jurić
Donner Paweł Konik
Froh Moritz Kallenberg
Loge Matthias Klink
Alberich Leigh Melrose
Mime Elmar Gilbertsson
Fasolt David Steffens
Fafner Adam Palka
Fricka Rachael Wilson
Freia Esther Dierkes
Erda Stine Marie Fischer
Woglinde Tamara Banješević
Wellgunde Ida Ränzlöv
Floßhilde Aytaj Shikhalizade
Termine
21. / 24. / 27. November 2021
12. / 17. / 19. Dezember 2021
Die Walküre
Das Stück in Kürze
Der zweite Teil von Wagners Tetralogie erzählt die Liebesgeschichte von Sieglinde und Siegmund, von Wotans Suche nach einem Ausweg sowie von Brünnhildes Befehlsverweigerung und ihrer Bestrafung. Die drei Aufzüge werden dabei von drei Regieteams gestaltet: Das niederländische Puppenspiel-Kollektiv Hotel Modern erzählt den ersten Aufzug, der Lichtkünstler Urs Schönebaum gestaltet den zweiten, und die Installationskünstlerin Ulla von Brandenburg setzt den dritten Aufzug um.

Stab und Besetzung
Musikalische Leitung Cornelius Meister
1. Aufzug Konzept & Figurenspiel Hotel Modern
2. Aufzug Konzept & Lichtdesign Urs Schönebaum
3. Aufzug Konzept & Raum Ulla von Brandenburg
Dramaturgie Ingo Gerlach, Julia Schmitt

Siegmund Michael König
Hunding Goran Jurić
Wotan Brian Mulligan
Sieglinde Simone Schneider
Brünnhilde Okka von der Damerau
Fricka Anika Schlicht
Helmwige Clare Tunney
Gerhilde Esther Dierkes
Ortlinde Catriona Smith
Siegrune Linsey Coppens
Grimgerde Maria Theresa Ullrich
Schwertleite Stine Marie Fischer
Termine
10. / 18. /23. / 29. April 2022
2. Mai 2022
Siegfried
Das Stück in Kürze
Um sein Imperium zu retten, braucht Göttervater Wotan den „freiesten Helden“, der mit Siegfried aus der inzestuösen Liebe von Sieglinde und Siegmund hervorgegangen ist. Doch weiterhin geht nicht alles nach Wotans Plan – Siegfried erweist sich als impertinenter Rowdy, das Ende der Götter scheint unausweichlich. „Aufregendstes Musiktheater“, befand Die Welt bei der Premiere von Jossi Wielers und Sergio Morabitos Produktion aus dem Jahr 2000, die auch Teil des neuen Stuttgarter Ring-Zyklus sein wird.

Stab
Musikalische Leitung Cornelius Meister
Regie & Dramaturgie Jossi Wieler & Sergio Morabito
Bühne & Kostüme Anna Viebrock
Premiere
Wiederaufnahme-Premiere am 9. Oktober 2022
Götterdämmerung
Das Stück in Kürze
Was mit dem Schmieden des Rings im Rheingold begann, setzt sich auch im letzten Teil des Bühnenfestspiels mit Intrigen und Meineid fort. Am Ende steht der Untergang der Götter – und der Ring landet wieder dort, wo er herkam: im Rhein. Die Inszenierung der Götterdämmerung übernimmt der Regisseur Marco Štorman, der im Stuttgarter Opernhaus zuletzt John Adams’ Nixon in China inszenierte und außerdem mit der Operette Die Blume von Hawaii am Stuttgarter Hafen und dem Gaming-Projekt Glaube Liebe Hoffnung auch experimentelle Projekte für die Staatsoper Stuttgart realisierte.
Stab
Musikalische Leitung Cornelius Meister
Regie Marco Štorman
Bühne Demian Wohler
Kostüme Sara Schwartz
Dramaturgie Ingo Gerlach
Premiere
Premiere am 29. Januar 2023
Ausstellung: Winter-Bayreuth
19.11.21- 13.2.22
Winter-Bayreuth
Ausstellung im StadtPalais
In den Jahren 1954 bis 1966 inszeniert Wieland Wagner, der Enkel Richard Wagners, nicht weniger als 16 Opern in Stuttgart. Die Staatsoper wird zu einer Art Werkstatt seiner Festspiele in Bayreuth. Was am Grünen Hügel im Sommer auf der Bühne steht, wird oftmals zuvor im Winter am Neckar ausprobiert. Mit seinem Anteil am „Stuttgarter Stil“ trägt Wieland dazu bei, der Staatsoper internationale Aufmerksamkeit zu garantieren. Die Ausstellung „Winter-Bayreuth“ nimmt das Publikum mit auf die Hinterbühne, in Wielands „Laboratorium“. Mittels Filmausschnitten, Tondokumenten, Fotografien und Objekten werden die außergewöhnlichen Inszenierungen des „Winter-Bayreuth“ erstmals in einer Ausstellung aufbereitet und der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit des StadtPalais — Museum für Stuttgart, der Staatsoper Stuttgart und dem renommierten Bühnenbilder Christof Hetzer.
2.12.21 – 3.2.22
Podiumsdiskussionen
2.12.21
Vor 1954 // Wieland Wagner zwischen NS-Vergangenheit und revolutionärer Erneuerung in Bayreuth.
Mit Prof. Dr. Anno Mungen, Dr. Tobias Reichardt, Dr. Daniel Reupke

9.12.21
1954-1966 //„Winter-Bayreuth“ oder „Sommer-Stuttgart“: Wieland Wagners Laboratorium
Mit Prof. Dr. Stephan Mösch, Dr. Uwe Schweikert, Dr. Daniel Reupke

3.2.22
Nach 1966 // Inszenieren heute: Wieviel Wieland Wagner steckt noch heute in der Oper?
Mit Katja Haß, Demian Wohler, Ingo Gerlach
Frühjahrsfestival: GRAND HOTEL WALKÜRE
10.4.22 – 9.10.22:
Ulla von Brandenburg in der Staatsgalerie Stuttgart
Als eine von drei international renommierten Künstlerinnen setzt sich Ulla von Brandenburg, die sich für die Konzeption, Raum und Regie des III. Aktes der Neuinszenierung von Walküre verantwortlich zeigt, in der Ausstellung
Moved By Schlemmer. 100 Jahre Triadisches Ballett zum 100jährigen Jubiläum des Triadischen Balletts mit der Dreiheit von Form, Farbe und Bewegung des Werks auseinander. Mit einer Rauminstallation und für diese Installation konzipierten Performances reagiert sie auf die Denkansätze dieses utopischen Werkes und unterzieht es einer Befragung im Kontext unserer Gegenwart.
23.4.2022
Moved By Schlemmer. 100 Jahre Triadisches Ballett
Performance und Podium mit Ulla von Brandenburg in der Staatgalerie
10.4.22
Norbert Bisky: Walküren
Der Maler Norbert Bisky sucht sein Nest der Walküren in vergessenen öffentlichen Unorten der Stadt Stuttgart, im Irgendwo zwischen Unter- und Oberwelt. Mit einer temporären Installation wird er Transitstationen wie eine U-Bahnstation, Straßenunterführung u.ä. mit Bildern der Walküren gestalten und mit Live-Acts der rastlosen Walkürefiguren bespielen.
6.5.22
Die Lange Nacht des Brütens
In Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart, dem Kunstmuseum Stuttgart und dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart
In Anlehnung an den von Cosima Wagner verwendeten Begriff der „Walkürennester“ ist die Lange Nacht der Spielzeit 2021/22, die in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart, dem Kunstmuseum Stuttgart und dem Württembergischen Kunstverein stattfindet, dem Prozess des Brütens gewidmet. In sich gekehrtes Ausbrüten von Gedanken und die Herausbildung von Neuartigem stehen dabei ebenso im Zentrum wie geheimnisvolle Zwischenwesen und Klänge von Vögeln. Mit Musik von unter anderem der schwedischen Komponistin Lisa Streich, der aktuellen Composer in Focus, stellen verschiedene Ensembles des Staatsorchesters Stuttgart spannende Verbindungen zur Kunst von Oskar Schlemmer, Gego, Tobias Rehberger und Carrie Mae Weems her.
13.5.22 – 15.5.22
LIEBESTOD (die vierte Vorstellung)
von Johannes Müller / Philine Rinnert
im StadtPalais – Museum für Stuttgart

Eine performative Erkundung des Hörens und der Wahrnehmung von Oper, auf der Basis von Isoldes Schlussarie „Mild und leise“ aus Richard Wagners Tristan und Isolde

Zweiter Teil der Doppelpass-Kooperation mit Johannes Müller / Philine Rinnert und Opera Ballet Vlaanderen (Antwerpen/Gent), gefördert von der Kulturstiftung des Bundes
17.5.22 – 22.5.22
Hotel Utopia
Richard Wagners fünf Tage am Neckar zwischen Ruin und Rettung
„Ich bin am Ende.” Mit diesen Worten flieht Richard Wagner im Frühjahr 1864 hochverschuldet vor seinen Gläubigern nach Stuttgart in der Hoffnung dort eine seiner Opern zur Aufführung zu bringen. Er findet Zuflucht im Marquardthotel, wo er sich fünf Tage unter Decknamen verschanzt, sicherheitshalber zwei Zimmer bucht, nach langer Fahndung doch noch von einem Gesandten König Ludwigs II. gefasst und entgegen seiner Befürchtungen nicht inhaftiert, sondern nach Bayern zum Hofkomponisten berufen wird. Die Erlösung kommt vom Deus ex Machina und Wagners Aufenthalt in Stuttgart endet mit den Worten: “Ich bin frei.”

An fünf Tagen im Mai soll diese Episode reanimiert werden. Der Marquardtbau am Schlossplatz, heute eines der vier Innennstadtkinos, wird zur temporären Austragungsstätte von mythischen Erzählungen mit künstlerischen Performances, Walks, Talks, Oper, einer Filmreihe sowie weiteren Interventionen im Stadtraum.

In Kooperation mit den EM-Filmtheater-Betrieben Mertz GmbH & CO KG
21.5.22
Be a valkyrie!
Ein Wagner-Maskenball für Nixen und Warrior Princesses am 209. Geburtstag von Richard Wagner
Württembergischer Kunstverein Stuttgart